Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid: Frist, Ablauf und Erfolgschancen

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Widerspruch gegen einen Bußgeldbescheid heißt juristisch korrekt Einspruch gegen den Bußgeldbescheid. Beide Begriffe meinen dasselbe Rechtsmittel nach § 67 OWiG.
  • Die Frist beträgt zwei Wochen ab Zustellung des Bescheids. Danach wird der Bescheid rechtskräftig.
  • Häufige Ansatzpunkte sind Form- und Messfehler. Ob sich der Einspruch lohnt, hängt vom Einzelfall ab.

Starten Sie jetzt den kostenlosen Bußgeldcheck und prüfen Sie, ob sich rechtliche Schritte lohnen – auf Wunsch mit anwaltlicher Unterstützung.

Jetzt prüfen
erhalten durch bgh-urteil

1Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid oder Einspruch gegen Bußgeldbescheid: Was ist der richtige Begriff?

Viele Betroffene suchen nach einem „Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid". Rechtlich korrekt ist das der Einspruch gegen Bußgeldbescheid nach § 67 Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG): ein schriftliches Rechtsmittel, das innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung eingelegt werden muss, um den Bescheid auf angreifbare Fehler wie Form- oder Messfehler zu prüfen und anzufechten.

Ein Widerspruch im engeren Sinn richtet sich gegen einen Verwaltungsakt, der Bußgeldbescheid wird dagegen mit dem Einspruch angefochten. In diesem Ratgeber verwenden wir beide Begriffe gleichbedeutend, gemeint ist immer dasselbe Rechtsmittel.

Wichtig für die Praxis:

Wenn Sie fristgerecht schriftlich erklären, dass Sie mit dem Bescheid nicht einverstanden sind, ist es unerheblich, ob Sie das Schreiben „Widerspruch" oder „Einspruch" nennen. Entscheidend sind Frist und Form.

2Wann wird ein Bußgeldbescheid überhaupt verschickt?

Ein Bußgeldbescheid wird grundsätzlich erlassen, wenn ein Verwarnungsgeld nicht in Betracht kommt. Das ist regelmäßig bei Geldbußen ab 60 Euro der Fall.

Neben dem finanziellen Teil können je nach Verstoß Eintragungen im Fahreignungsregister (FAER) in Flensburg hinzukommen. Bei schwereren Verstößen drohen zusätzlich ein Fahrverbot oder die Entziehung der Fahrerlaubnis. Gegen einen Bußgeldbescheid kann Einspruch eingelegt werden. Gegen ein Verwarnungsgeld ist dieses Rechtsmittel nicht vorgesehen.

Welche Frist gilt für den Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid?

Die Einspruchsfrist beträgt zwei Wochen ab Zustellung des Bußgeldbescheids, geregelt in § 67 Abs. 1 OWiG. Der Einspruch muss schriftlich oder zur Niederschrift bei der Behörde erfolgen, die den Bescheid erlassen hat.

Die Frist beginnt mit der Zustellung des Bußgeldbescheids. Legen Sie innerhalb der zwei Wochen keinen Einspruch ein, wird der Bescheid rechtskräftig und das Bußgeld ist fällig.

Neben der Einspruchsfrist spielt die Verjährung eine Rolle:

  • Die Verfolgungsverjährung beträgt grundsätzlich sechs Monate ab dem Tattag, solange noch kein Bußgeldbescheid ergangen ist (§ 26 Abs. 3 StVG). Sie kann durch gesetzlich geregelte Verfolgungshandlungen unterbrochen werden.
  • Die Vollstreckungsverjährung greift nach Rechtskraft: Geldbußen bis 1.000 Euro verjähren nach drei Jahren, darüber nach fünf Jahren.

Ob Verfolgungs- oder Vollstreckungsverjährung eingetreten ist, hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Eine anwaltliche Prüfung kann hier Klarheit schaffen.

3Wann ist bei einem Bußgeldbescheid ein Widerspruch möglich?

Bevor Sie ein Bußgeld bezahlen, bietet sich die Suche nach Fehlern an. Prüfen Sie, ob der Bescheid alle wichtigen Fristen einhält. Angriffsfläche für einen Widerspruch bieten auch Formfehler. In der Praxis enthalten Bußgeldbescheide immer wieder Form- oder Verfahrensfehler.

Ein Einspruch ist immer innerhalb der Frist möglich. Erfolgversprechend ist er vor allem, wenn der Bescheid Fehler enthält. Typische Ansatzpunkte sind:

  • Fahreridentität nicht eindeutig erkennbar
  • Messfehler: nicht geeichtes Messgerät, Bedienungsfehler oder fehlende Nachvollziehbarkeit der Messung.
  • Formfehler: fehlende oder unvollständige Rechtsbehelfsbelehrung, falsches Kennzeichen, nicht übereinstimmende Personendaten oder widersprüchliche Orts- und Zeitangaben.
  • Verjährung oder Fristfehler: Überschreitung der dreimonatigen Verfolgungsverjährung ohne wirksame Unterbrechung.

Nicht jeder vermeintliche Mangel führt zum Erfolg. Ein maschinell erstellter Bescheid ohne Unterschrift ist ebenso wirksam wie ein Bescheid ohne beigefügtes Blitzerfoto.

Jetzt den kostenlosen Bußgeldcheck machen und in zwei Minuten eine erste Einschätzung erhalten.

Jetzt prüfen
Ein Stempel mit der Aufschrift "Bussgeld" liegt auf einem Stapel Dokumente.

4Wie läuft der Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid ab?

Der Ablauf folgt in der Regel diesen Schritten:

  1. Einspruch gegen den Bußgeldbescheid fristgerecht und schriftlich bei der zuständigen Bußgeldbehörde beziehungsweise Bußgeldstelle einlegen; im Schreiben sollten Aktenzeichen, Datum des Bescheids und der Vorwurf stehen, zugleich kann Akteneinsicht beantragt werden.
  2. Wichtig sind die korrekte Adresse und die Form: Eine einfache E-Mail genügt regelmäßig nicht. Elektronische Übermittlungen sind nur unter den gesetzlich vorgesehenen Voraussetzungen zulässig. Durch einen fristgerechten Einspruch wird der Bußgeldbescheid zunächst nicht rechtskräftig.
  3. Die Behörde prüft den Bescheid erneut. Sie kann ihn aufheben, korrigieren oder aufrechterhalten.
  4. Bleibt die Behörde bei ihrer Entscheidung, gibt sie den Vorgang an die Staatsanwaltschaft und das zuständige Amtsgericht ab.
  5. Das Gericht entscheidet über den Einspruch, in vielen Fällen ohne Hauptverhandlung.

Vor allem bei drohendem Fahrverbot oder mehreren Punkten sind ein Anwalt für Verkehrsrecht und rechtliche Unterstützung sinnvoll, weil ein Anwalt über die Akteneinsicht Mess- und Verfahrensfehler gezielt prüfen lassen kann.

Ist ein Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid immer zu empfehlen?

Pauschal lässt sich das nicht sagen, entscheidend ist der Einzelfall. Bei geringeren Geldbußen sollte der zu erwartende Nutzen gegen den Aufwand eines Einspruchs abgewogen werden. Geht es dagegen um mehrere hundert Euro, ein Fahrverbot oder die Entziehung der Fahrerlaubnis, kann ein Einspruch die deutlich wichtigere Option sein.

Ein Einspruch kann im gerichtlichen Verfahren theoretisch auch zu einer höheren Strafe führen, wenn neue Tatsachen erkannt werden. Deshalb sollte die Erfolgsaussicht vorab realistisch eingeschätzt werden. Der kostenlose Bußgeldcheck übernimmt genau diese erste Einordnung.

Starten Sie jetzt den kostenlosen Bußgeldcheck und finden Sie heraus, ob sich ein Einspruch lohnt.

Jetzt prüfen

Häufige Fragen zu „Widerspruch Bußgeldbescheid”

Was passiert nach der Ablehnung des Widerspruchs?

Faq Icon

Sollte ich einen Bußgeldbescheid ignorieren, wenn ich nicht gefahren bin?

Faq Icon

Faq Icon

Faq Icon

Faq Icon

Faq Icon

Faq Icon

Faq Icon

Faq Icon

Aktuelle Urteile

Icon Waage
September 2022

Landgericht Zwickau

  • 1.000 € Schadensersatz (Versäumnisurteil)
  • Facebook ist selbst für das Datenleck verantwortlich
Icon Waage
August 2023
"Von den Datenlecks hört man ja ständig, aber alleine habe ich mir nicht zugetraut, was dagegen zu machen. Aber wenn es so eine einfache Möglichkeit gibt, ist das mal einen Versuch wert finde ich. Ein Ergebnis habe ich aber noch nicht."
Darius T.
Icon Waage
Oktober 2022

Landgericht Oldenburg

  • 3.000 € Schadensersatz wegen Verletzung der DSGVO
  • Zuzüglich Zinsen von 4,12 % seit Klageerhebung
Icon Waage
August 2023
"Der Kontakt war bisher sehr freundlich. Mein Verfahren läuft noch, also kann ich noch nichts zum Ergebnis sagen, aber ich fühle mich gut aufgehoben. Man merkt, dass Sie viel Erfahrung haben. Danke."
Alexandra M.
Icon Waage
Mai 2023

Landgericht Stuttgart

  • 500 € Schadensersatz wegen erhaltener Werbeanrufe
  • Es wurde ein "systematischer Verstoß" gegen die DSGVO festgestellt

Aktuelle Urteile & Bewertungen

Icon Waage
November 2021

Landgericht Traunstein

  • Klage auf Rückabwicklung einer Debeka Lebensversicherung
  • Erhalt von 35% zusätzlicher Nutzungsentschädigung
Icon Waage
November 2021
“Durch helpcheck konnte ich aus drei bereits gekündigten Verträgen nachträglich eine Summe von über 30.000 Euro geltend machen. Ich habe mit dem Geld nicht mehr gerechnet. Vielen Dank!”
Ralf P.
Icon Waage
October 2021

Landgericht Traunstein

  • Klage auf Rückabwicklung einer AachenMünchener Lebensversicherung
  • Erhalt von 27% zusätzlicher Nutzungsentschädigung
Icon Waage
März 2023
“Ich habe HelpCheck genutzt, um meine Lebensversicherung auszuzahlen, und ich bin absolut begeistert von dem Service. Die Auszahlung verlief reibungslos und ich habe mein Geld schneller erhalten, als ich es erwartet hatte”
Tobias E.
Icon Waage
September 2022

Amtsgericht Aachen

  • Klage auf Rückabwicklung einer Proxalto Lebensversicherung
  • Erhalt von 2.700 € Nutzungsentschädigung und Rückerstattung

Aktuelle Urteile & Bewertungen

Icon Waage
April 2022

Oberlandesgericht Frankfurt

  • Klage gegen Bwin
  • Der Anbieter wurde zur Rückzahlung von Spielverlusten i. H. v. 12.000 € verurteilt
Icon Waage
März 2022
“Ich habe nicht damit gerechnet, dass es wirklich so einfach geht, aber: Vom gesamten Ablauf bis hin zum Ergebnis war ich durchweg positiv überrascht.”
Norbert K.
Icon Waage
Januar 2021

Oberlandesgericht München

  • Klage gegen Mr. Green
  • Spielverluste i. H. v. 11.760 € müssen durch Mr. Green zurückgezahlt werden
Icon Waage
März 2022
“Mit Hilfe von helpcheck konnte ich einen vierstelligen Betrag zurückfordern und das ganz einfach und ohne großen Aufwand. Sehr empfehlenswerter Service!”
David S.
Icon Waage
Juni 2021

Landgericht Coburg

  • Klage gegen BWIN
  • BWIN wurde zur Rückzahlung von Verlusten i. H. v. 4.900 € verurteilt
Scroll to top Icon