Handy am Steuer: Strafe, Bußgeld und Punkte im Überblick

Das Wichtigste in Kürze

  • Mindestens 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg drohen schon beim einfachen Handyverstoß.
  • Bei Gefährdung oder Unfall steigen Bußgeld und Punkte, dazu kommt ein Fahrverbot von einem Monat.
  • Das Handyverbot gilt auch an der roten Ampel, auf dem Fahrrad und besonders streng in der Probezeit.

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1Welche Strafen drohen für das Handy am Steuer?

Für das Handy am Steuer drohen ein Bußgeld, Punkte in Flensburg und unter Umständen ein Fahrverbot. Beim einfachen Verstoß sind das 100 Euro und ein Punkt. Sobald andere gefährdet werden oder es zu einem Unfall kommt, steigen Bußgeld und Punkte, und ein Fahrverbot von einem Monat kommt hinzu. Die Strafe fürs Handy am Steuer richtet sich also nach der Schwere des Verstoßes:

Verstoß
Bußgeld
Punkte in Flensburg
Fahrverbot
Handy am Steuer (einfacher Verstoß)
100 €
1
nein
mit Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer
150 €
2
1 Monat
mit Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer
200 €
2
1 Monat

Die Sätze gelten nicht allein für Smartphones. Auch Tablet, Laptop, Navigationsgerät und E-Scooter fallen unter dieselbe Regel.

2Welche Regeln gelten für das Handy am Steuer?

§ 23 Abs. 1a StVO verbietet es, ein elektronisches Gerät während der Fahrt in die Hand zu nehmen oder zu bedienen. Das Gesetz meint mehr als das Telefon: Tablet, Laptop und das Navigationsgerät fallen ebenfalls darunter, weil sie der Kommunikation oder dem Empfang von Informationen dienen.

Erlaubt bleibt die Nutzung unter drei Voraussetzungen:

  • Das Gerät wird nicht in die Hand genommen.
  • Es läuft über eine Sprachsteuerung.
  • Die Bedienung erfordert nur einen kurzen Blick.

Als Navi darf das Handy in einer festen Halterung stecken, solange ein kurzer Blick zur Bedienung genügt. Das Ziel geben Sie vor Fahrtantritt ein, längeres Tippen oder Scrollen während der Fahrt zählt als Verstoß.

Darf ich an einer roten Ampel das Handy benutzen?

Nein. An einer roten Ampel bleibt das Handy verboten, solange der Motor läuft. Erst wenn das Fahrzeug steht und der Motor abgestellt ist, dürfen Sie das Gerät in die Hand nehmen. Die Start-Stopp-Automatik moderner Autos reicht dafür nicht: Schaltet sich der Motor nur automatisch ab, gilt das Fahrzeug rechtlich nicht als ausgeschaltet.

3Wie viele Punkte gibt es für das Handy am Steuer?

Ein einfacher Handyverstoß bringt einen Punkt in Flensburg, bei Gefährdung oder Unfall sind es zwei. Der einzelne Punkt wirkt harmlos, summiert sich aber mit anderen Verstößen.

Das Fahreignungsregister (FAER) staffelt die Folgen: Bis drei Punkte bleibt es ohne Konsequenz, bei vier bis fünf Punkten folgt eine Ermahnung, bei sechs bis sieben eine Verwarnung. Wer acht Punkte erreicht, verliert die Fahrerlaubnis. Abgelaufene Punkte bleiben über eine Überliegefrist von einem Jahr gespeichert, ein Aussitzen funktioniert also nicht.

4Droht ein Fahrverbot für das Handy am Steuer?

Beim einfachen Verstoß droht kein Fahrverbot. Ein einmonatiges Fahrverbot kommt erst hinzu, wenn Sie andere gefährden oder einen Unfall verursachen.

Berufskraftfahrer trifft ein Fahrverbot besonders hart. Unter Umständen lässt es sich in eine höhere Geldstrafe umwandeln, wenn ein Härtefall vorliegt. Das entscheidet das Gericht im Einzelfall, einen Anspruch darauf gibt es nicht. Kommt es durch die Handynutzung zu einem Unfall mit Personenschaden, drohen strafrechtliche Vorwürfe wie fahrlässige Körperverletzung oder fahrlässige Tötung nach § 229 StGB.

5Was gilt in der Probezeit?

In der Probezeit wiegt der Handyverstoß schwerer. Er zählt als A-Verstoß. Die Folge: Die Probezeit verlängert sich von zwei auf vier Jahre, zusätzlich ordnet die Behörde ein verpflichtendes Aufbauseminar an.

Das Seminar muss innerhalb einer gesetzten Frist absolviert werden. Wer die Frist versäumt, riskiert den Entzug der Fahrerlaubnis. Die Seminarkosten von mehreren hundert Euro kommen zum Bußgeld hinzu.

6Gilt das Handyverbot auch auf dem Fahrrad und E-Scooter?

Ja. Auf dem Fahrrad kostet der Griff zum Handy 55 Euro. Punkte bekommen Radfahrer dafür in der Regel nicht. Auf dem E-Scooter gelten dieselben Sätze wie beim Auto, also 100 Euro und ein Punkt, weil der E-Scooter rechtlich als Kraftfahrzeug eingestuft ist.

7Warum ist mein Bußgeld höher als 100 Euro?

Liegt die Forderung über 100 Euro, steckt dahinter die Verwaltungsgebühr. Nach § 107 OWiG beträgt sie fünf Prozent des Bußgeldes, mindestens aber 25 Euro. Dazu kommen 3,50 Euro für die Zustellung. Aus 100 Euro Bußgeld werden so 128,50 Euro.

8Was tun, wenn Sie einen Bußgeldbescheid für das Handy am Steuer bekommen?

Sie haben nach Zustellung des Bescheids zwei Wochen Zeit für den Einspruch (§§ 67 ff. OWiG). In vier Schritten gehen Sie sinnvoll vor:

  1. Zustelldatum notieren und die Zwei-Wochen-Frist im Blick behalten.
  2. Den Bescheid auf Formfehler prüfen, etwa falsche Angaben zu Person, Fahrzeug oder Tatvorwurf.
  3. Die Verfolgungsverjährung prüfen. Sie liegt beim Handyverstoß bei drei Monaten.
  4. Einspruch fristgerecht einlegen oder den Fall anwaltlich prüfen lassen.

Wenn Sie mit dem Handy in der Hand geblitzt wurden, greift häufig die Tateinheit nach § 19 OWiG. Die Bußgeldstelle addiert dann nicht beide Strafen, sondern wertet die schwerere. Den Sonderfall behandelt der Ratgeber Geblitzt mit Handy in der Hand.

Häufige Fragen zu „Handy am Steuer”

Kann ich gegen einen Bußgeldbescheid wegen des Handys am Steuer Einspruch einlegen?

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Gilt das Handyverbot auch für Beifahrer?

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