1Welche Strafen drohen bei einem Blitzer innerorts?
Bei einem Blitzer innerorts richtet sich die Strafe danach, wie viele km/h Sie nach Abzug der Messtoleranz zu schnell waren. Die Bußgelder für eine Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts sind im Bußgeldkatalog 2026 festgelegt. Sie reicht von 30 Euro bei geringen Überschreitungen bis zu 800 Euro samt zwei Punkten und Fahrverbot bei mehr als 70 km/h zu viel.
Innerorts fallen die Bußgelder höher aus als außerorts. Der Grund ist das größere Gefährdungspotenzial: In Ortschaften sind Fußgänger, Radfahrer und spielende Kinder unterwegs, sodass wenige km/h mehr schwere Folgen haben können. Auf innerörtlichen Straßen gelten deshalb strenge Regeln. Maßgeblich für die Strafe ist nie der Tachowert, sondern die gemessene Geschwindigkeit nach Toleranzabzug. Die Behörde nimmt Toleranzabzüge bei Messungen bis 100 km/h pauschal mit 3 km/h, darüber mit 3 Prozent der gefahrenen Geschwindigkeit automatisch vor. Diese Regelung soll Messungenauigkeiten ausgleichen.
Die Ahndung richtet sich nach dem bundeseinheitlichen Bußgeldkatalog. Für einen Pkw gelten innerorts folgende Regelsätze:
Überschreitung (km/h)
Bußgeld (Euro)
Punkte in Flensburg
Fahrverbot (Monate)
bis 10
30
0
0
11 - 15
50
0
0
16 - 20
70
0
0
21 - 25
115
1
0
26 - 30
180
1
1*
31 - 40
260
2
1
41 - 50
400
2
1
51 - 60
560
2
2
61 - 70
700
2
3
über 70
800
2
3
*bei Wiederholung
Innerorts geblitzt worden? Prüfen Sie jetzt kostenlos, ob sich ein Einspruch gegen Ihren Bußgeldbescheid lohnen könnte.
2Was ist der Unterschied zwischen Verwarnungsgeld und Bußgeld beim Blitzer innerorts?
Der Unterschied liegt in der Höhe der Strafe: Bis 55 Euro spricht die Behörde ein Verwarnungsgeld aus, ab 60 Euro leitet sie ein Bußgeldverfahren ein. Innerorts bleibt es nur bis 15 km/h zu viel beim Verwarnungsgeld. Darüber wird ein Bußgeld mit Gebühren, Punkten und unter Umständen Fahrverbot fällig.
Geschwindigkeitsüberschreitungen gehören zu den häufigsten Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr. Wird ein Verstoß durch eine stationäre oder mobile Messung festgestellt, unterscheidet die zuständige Behörde zunächst zwischen zwei Wegen; solche Tempoverstöße ziehen je nach Höhe unterschiedliche Sanktionen nach sich:
Verwarnungsgeld: Bei geringfügigen Ordnungswidrigkeiten (zum Beispiel einer Geschwindigkeitsüberschreitung nach Abzug der Toleranz von 11 km/h) wird die Strafe als Verwarnungsgeld zwischen 5 und 55 Euro erhoben (§ 56 OWiG - Ordnungswidrigkeitengesetz) Für die Zahlung gilt eine Frist von einer Woche. Weitere Konsequenzen bleiben aus.
Bußgeld: Ist eine gewisse Schwere der Ordnungswidrigkeit erreicht, geht es nicht mehr um Verwarnungsgelder. Ab 60 Euro leitet die zuständige Behörde ein Bußgeldverfahren ein. Neben dem Bußgeld fallen eine Gebühr und Auslagen an: Die Gebühr beträgt 5 Prozent des Bußgeldes, mindestens aber 25 Euro (§ 107 Abs. 1 OWiG), hinzu kommen Auslagen für die Zustellung von in der Regel 3,50 Euro. Diese Kosten stecken nicht in den oben genannten Bußgeldbeträgen, sondern kommen obendrauf. Die mit dem Bußgeld verbundenen Punkte im Fahreignungsregister (FAER) und mögliche Fahrverbote schränken Betroffene zusätzlich ein.
3Wann gibt es für einen Blitzer innerorts Punkte in Flensburg?
Punkte in Flensburg gibt es für einen Blitzer innerorts ab 21 km/h zu schnell: Bis 30 km/h Überschreitung wird ein Punkt eingetragen, ab 31 km/h sind es zwei Punkte.
Die Punkte werden im Fahreignungsregister (das das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg führt. Das System unterscheidet bei Geschwindigkeitsverstößen wie folgt:
1 Punkt wird in das FAER bei schwerwiegenden Verstößen eingetragen (zum Beispiel über 20 km/h zu schnell in einer Ortschaft)
2 Punkte erhalten Verkehrsteilnehmer für einensehr schweren Verstoß, wenn die Geschwindigkeit um mehr als 30 km/h innerorts überschritten wird.
In letztgenanntem Fall bleibt es nicht bei dem Bußgeld und den Eintragungen ins FAER. Sie müssen mit einem Fahrverbot rechnen (bei wiederholten Verstößen droht dies bereits bei geringerer Überschreitung).
Gut zu wissen:
Punkte für einen Blitzer innerorts werden nach Ablauf einer vorgeschriebenen Frist aus dem Fahreignungsregister gelöscht. Über welchen Zeitraum sich die Tilgungsfrist erstreckt, hängt von der Schwere des Verstoßes ab und kann zwischen 2 1/2 und 10 Jahren liegen. Autofahrer müssen in diesem Zusammenhang auch noch die sogenannte Überliegefrist berücksichtigen.
4Wann droht nach einem Blitzer innerorts ein Fahrverbot?
Ein Fahrverbot droht innerorts ab 31 km/h zu schnell und dauert dann einen Monat. Bei höheren Überschreitungen sind es zwei Monate (ab 51 km/h) oder drei Monate (ab 61 km/h).
Auch ohne diese Schwelle kann ein Fahrverbot verhängt werden: Wer innerhalb von zwölf Monaten zweimal mit mindestens 26 km/h zu schnell geblitzt wird, gilt als Wiederholungstäter. Er muss mit einem Monat Fahrverbot rechnen, obwohl die Einzelverstöße jeweils unter der regulären Grenze liegen.
Beim Erstverstoß lässt sich der Beginn des Fahrverbots innerhalb einer Frist von vier Monaten selbst wählen. Komplett umgehen lässt es sich nur in Ausnahmefällen, etwa durch eine Umwandlung in eine höhere Geldbuße. Das ist jedoch eine Einzelfallentscheidung und mit zusätzlichen Kosten verbunden.
5Welche Folgen hat ein Blitzer innerorts in der Probezeit?
In der Probezeit zählt ein Blitzer innerorts ab 21 km/h zu schnell als A-Verstoß. Die Folge: Die Probezeit wird von zwei auf vier Jahre verlängert und ein kostenpflichtiges Aufbauseminar angeordnet.
Fahranfänger in der Probezeit stehen unter besonders Beobachtung. Innerorts geblitzt zu werden, zieht erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen. Dies gilt insbesondere für A-Verstöße. Dieser liegt beispielsweise bei einer Überschreitung der Geschwindigkeit von mehr als 20 km/h vor.
Verwarnung und Empfehlung der Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung (bei einem weiteren A-Verstoß)
Werden Fahranfänger ein drittes Mal innerorts geblitzt und begehen einen A-Verstoß, kommt es zum Entzug der Fahrerlaubnis.
6Wie legen Sie gegen das Bußgeld für einen Blitzer innerorts Einspruch ein?
Gegen den Bußgeldbescheid können Sie innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung schriftlich Einspruch bei der zuständigen Bußgeldstelle einlegen. Verstreicht die Frist, wird der Bescheid rechtskräftig, unabhängig davon, ob er gerechtfertigt ist.
Ihr Einspruch gegen das Bußgeld für einen Blitzer innerorts kann sich auf verschiedene Gründe stützen, wie:
Messfehler bei den eingesetzten Geräten
fehlende oder fehlerhafte Beschilderung
falsche Angaben zur Person und zum Tatvorwurf
falsche Kennzeichen
Daneben haben Sie die Möglichkeit, den Widerspruch und die Anfechtung des Bußgeldbescheids aufgrund von Fristversäumnissen anzustreben. Grundsätzlich verjähren die Ordnungswidrigkeiten nach Ablauf von drei Monaten. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass es Situationen gibt, welche die Verjährung hemmen. Dazu gehört der Versand eines Anhörungsbogens.
Der erste Schritt zur Verteidigung: kostenloser Bußgeldcheck – schnell und digital.
Sind Messfehler aus dem Bußgeldbescheid direkt zu erkennen?
Auch ein Blitzer arbeitet nicht immer 100 Prozent korrekt. Allerdings ist es für einen Laien oft nur schwer zu erkennen, ob Fehler vorliegen. Daher ist die Betreuung durch einen Fachanwalt für Verkehrs- und Verfahrensrecht sinnvoll. Einige Fehlmessungen sind allerdings schnell zu erkennen – wenn der Blitzer eine höhere Geschwindigkeit anzeigt als baulich für das Fahrzeug möglich ist.
Mit welcher Postlaufzeit rechnet die Bußgeldstelle für den Blitzer innerorts?
Für viele über den Postweg versandte Dokumente und Bescheide werden inzwischen vier Tage für den Versand angesetzt. Bei einem Bußgeldbescheid verhält sich die Situation anders. Bußgeldstellen greifen hier oft zur Postzustellurkunde, über welche das Einwurfdatum - also der Tag der Zustellung - festgehalten wird. Daher kann die Bußgeldstelle sehr genau nachvollziehen, bis zu welchem Datum Einsprüche fristgerecht eingehen.
Kann ich ein Fahrverbot durch den Blitzer im Ort umgehen?
Autofahrer haben inzwischen die Möglichkeit (zumindest beim Erstverstoß) den Beginn des Fahrverbots zu beeinflussen. Komplett umgehen lässt sich dies allerdings nicht - mit einer Ausnahme. Es besteht die Möglichkeit zur Umwandlung in eine höhere Geldbuße/Geldstrafe. Dieser Schritt ist allerdings eher als Einzelfallentscheidung anzusehen. Ob dem stattgegeben wird, hängt von den Rahmenbedingungen ab, ob das Fahrverbot eine besondere Härte darstellt. Das Verfahren zur Umwandlung verursacht außerdem zusätzliche Kosten.
Timo Schell ist Rechtsanwalt mit Sitz in Frankfurt und spezialisiert auf Verkehrsrecht. Als Autor zahlreicher Artikel im helpcheck Ratgeber und Lexikon bringt er fundiertes juristisches Fachwissen ein, insbesondere zu Bußgeldbescheiden. Mit seiner Erfahrung unterstützt er Leser dabei, rechtliche Hintergründe besser zu verstehen und gezielt gegen unrechtmäßige Bescheide vorzugehen.
Lutz Hartmann ist Rechtsanwalt mit Sitz in Düsseldorf und spezialisiert auf Verkehrsrecht. Als Autor zahlreicher Artikel im helpcheck Ratgeber und Lexikon bringt er fundiertes juristisches Fachwissen ein, insbesondere zu Bußgeldbescheiden. Mit seiner Erfahrung unterstützt er Leser dabei, rechtliche Hintergründe besser zu verstehen und gezielt gegen unrechtmäßige Bescheide vorzugehen.
Inhaltsübersicht
Aktuelle Urteile
September 2022
Landgericht Zwickau
1.000 € Schadensersatz (Versäumnisurteil)
Facebook ist selbst für das Datenleck verantwortlich
August 2023
"Von den Datenlecks hört man ja ständig, aber alleine habe ich mir nicht zugetraut, was dagegen zu machen. Aber wenn es so eine einfache Möglichkeit gibt, ist das mal einen Versuch wert finde ich. Ein Ergebnis habe ich aber noch nicht."
Darius T.
Oktober 2022
Landgericht Oldenburg
3.000 € Schadensersatz wegen Verletzung der DSGVO
Zuzüglich Zinsen von 4,12 % seit Klageerhebung
August 2023
"Der Kontakt war bisher sehr freundlich. Mein Verfahren läuft noch, also kann ich noch nichts zum Ergebnis sagen, aber ich fühle mich gut aufgehoben. Man merkt, dass Sie viel Erfahrung haben. Danke."
Alexandra M.
Mai 2023
Landgericht Stuttgart
500 € Schadensersatz wegen erhaltener Werbeanrufe
Es wurde ein "systematischer Verstoß" gegen die DSGVO festgestellt
Aktuelle Urteile & Bewertungen
November 2021
Landgericht Traunstein
Klage auf Rückabwicklung einer Debeka Lebensversicherung
Erhalt von 35% zusätzlicher Nutzungsentschädigung
November 2021
“Durch helpcheck konnte ich aus drei bereits gekündigten Verträgen nachträglich eine Summe von über 30.000 Euro geltend machen. Ich habe mit dem Geld nicht mehr gerechnet. Vielen Dank!”
Ralf P.
October 2021
Landgericht Traunstein
Klage auf Rückabwicklung einer AachenMünchener Lebensversicherung
Erhalt von 27% zusätzlicher Nutzungsentschädigung
März 2023
“Ich habe HelpCheck genutzt, um meine Lebensversicherung auszuzahlen, und ich bin absolut begeistert von dem Service. Die Auszahlung verlief reibungslos und ich habe mein Geld schneller erhalten, als ich es erwartet hatte”
Tobias E.
September 2022
Amtsgericht Aachen
Klage auf Rückabwicklung einer Proxalto Lebensversicherung
Erhalt von 2.700 € Nutzungsentschädigung und Rückerstattung
Aktuelle Urteile & Bewertungen
April 2022
Oberlandesgericht Frankfurt
Klage gegen Bwin
Der Anbieter wurde zur Rückzahlung von Spielverlusten i. H. v. 12.000 € verurteilt
März 2022
“Ich habe nicht damit gerechnet, dass es wirklich so einfach geht, aber: Vom gesamten Ablauf bis hin zum Ergebnis war ich durchweg positiv überrascht.”
Norbert K.
Januar 2021
Oberlandesgericht München
Klage gegen Mr. Green
Spielverluste i. H. v. 11.760 € müssen durch Mr. Green zurückgezahlt werden
März 2022
“Mit Hilfe von helpcheck konnte ich einen vierstelligen Betrag zurückfordern und das ganz einfach und ohne großen Aufwand. Sehr empfehlenswerter Service!”
David S.
Juni 2021
Landgericht Coburg
Klage gegen BWIN
BWIN wurde zur Rückzahlung von Verlusten i. H. v. 4.900 € verurteilt