Innerorts geblitzt: Welche Bußgelder, Punkte und Fahrverbote drohen?

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer innerorts geblitzt wird, zahlt je nach Tempo 30 bis 800 Euro – bis 55 Euro als Verwarnungsgeld, darüber als Bußgeld.
  • Ein Punkt in Flensburg fällt ab 21 km/h zu viel an, zwei Punkte ab 31 km/h.
  • Ein Fahrverbot droht Ersttätern ab 31 km/h; bei Wiederholung bereits ab 26 km/h.

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1Innerorts geblitzt – was bedeutet das?

Wer innerorts geblitzt wird, hat die zulässige Höchstgeschwindigkeit, in der Regel 50 km/h, überschritten. Je nach Tempo drohen 30 bis 800 Euro, ab 21 km/h ein Punkt in Flensburg und ab 31 km/h ein Fahrverbot. Innerorts wird strenger sanktioniert als außerorts, weil das Gefährdungspotenzial für Fußgänger und Radfahrer höher ist.

Geschwindigkeitskontrollen innerhalb geschlossener Ortschaften stützen sich auf die Straßenverkehrsordnung (StVO) in Verbindung mit dem Bußgeldkatalog. Die Messung erfolgt mit unterschiedlichen Verfahren - Radar, Laser oder Lichtschranke. Bei Blitzern innerorts werden 3 km/h Toleranz abgezogen, um Messungenauigkeiten auszugleichen; dieser Toleranzabzug wird von den Behörden automatisch vorgenommen. Wer dabei zu schnell ist, muss mit Strafen rechnen, deren Höhe sich nach der Überschreitung richtet.

Übrigens:

Ein verbreiteter Irrtum ist, ein Blitzer müsse stets mehrere hundert Meter hinter einem Verkehrsschild stehen. Eine pauschale Mindestabstandsregel gibt es nicht – sie gilt nur, wenn das jeweilige Bundesland sie ausdrücklich erlassen hat.

2Welche Geschwindigkeit gilt innerorts?

Innerorts gilt nach § 3 Abs. 3 StVO eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen, sofern kein Verkehrszeichen etwas anderes anordnet. In 30er-Zonen sowie vor Schulen, Kindergärten oder Krankenhäusern kann ein niedrigeres Tempolimit gelten.

Maßgeblich ist zudem, dass Fahrende ihre Geschwindigkeit den Verhältnissen anpassen: Bei Glätte oder schlechter Sicht können auch 50 km/h bereits zu schnell sein. Über § 45 StVO können Kommunen für sensible Bereiche zeitlich begrenzte oder dauerhafte Beschränkungen anordnen.

Welche Besonderheiten gelten in der 30er-Zone?

In 30er-Zonen gelten dieselben Bußgelder wie bei jeder anderen innerörtlichen Überschreitung – die Tabelle unten greift also genauso. Tückisch ist, dass Tempo-30-Schilder oft nur beim Ein- und Ausfahren stehen und leicht übersehen werden; schon 45 km/h bedeuten dann 15 km/h zu viel. Details im Ratgeber In der 30er-Zone geblitzt.

3Was kostet es, wenn man innerorts geblitzt wird?

Innerorts liegen die Bußgelder zwischen 30 Euro (bis 10 km/h zu schnell) und 800 Euro (über 70 km/h). Bis 55 Euro handelt es sich um ein Verwarnungsgeld, darüber um ein Bußgeld. Ab 21 km/h kommt ein Punkt in Flensburg hinzu, ab 31 km/h zwei Punkte plus Fahrverbot.

Die folgende Tabelle zeigt die Sätze nach dem aktuellen Bußgeldkatalog für Geschwindigkeitsüberschreitungen innerorts:

Überschreitung (km/h)
Bußgeld
(Euro)
Punkte
in Flensburg
Fahrverbot
(Monate)
bis 10
30
0
0
11 - 15
50
0
0
16 - 20
70
0
0
21 - 25
115
1
0
26 - 30
180
1
1*
31 - 40
260
2
1
41 - 50
400
2
1
51 - 60
560
2
2
61 - 70
700
2
3
über 70
800
2
3

* Wird die Geschwindigkeit von 26 km/h oder mehr innerhalb eines Jahres wiederholt überschritten, kann laut Bußgeldkatalog das Fahrverbot von 1 Monat verhängt werden.

Ein Mann zeigt sein Blitzerfoto sowie Geldscheine.

4Ab wann gibt es Punkte und ein Fahrverbot?

Ein Punkt in Flensburg fällt innerorts ab 21 km/h zu viel an, zwei Punkte ab 31 km/h. Ein Fahrverbot von einem bis drei Monaten droht Ersttätern ab 31 km/h. Als Wiederholungstäter - zweimal mindestens 26 km/h in 12 Monaten - kann das Fahrverbot bereits ab 26 km/h verhängt werden.

Wichtig:

Bis 20 km/h zu schnell bleibt es innerorts bei einem solchen Tempoverstoß beim reinen Bußgeld bzw. Verwarnungsgeld – ohne Punkteeintrag im Fahreignungsregister (FAER).

Was passiert bei acht Punkten in Flensburg?

Bei acht Punkten wird die Fahrerlaubnis entzogen. Bis drei Punkte bleiben folgenlos, bei vier bis fünf folgt eine Ermahnung, bei sechs bis sieben eine Verwarnung mit Seminarempfehlung. Anders als beim Fahrverbot muss die Fahrerlaubnis nach einem Entzug neu beantragt werden – frühestens nach Ablauf der Sperrfrist.

  • 1–3 Punkte: Vermerk ohne weitere Folgen
  • 4–5 Punkte: Ermahnung (Hinweis auf Fahreignungsseminar)
  • 6–7 Punkte: Verwarnung mit Seminarempfehlung
  • 8 Punkte: Entzug der Fahrerlaubnis

5Innerorts in der Probezeit geblitzt - was gilt für Fahranfänger?

Für Fahranfänger gilt eine zweijährige Probezeit. Eine Überschreitung ab 21 km/h ist ein A-Verstoß, der in der Probezeit besonders wichtige Folgen hat: Es folgen die Teilnahme an einem Aufbauseminar und die Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre. Bei weiteren A-Verstößen drohen Verwarnung, verkehrspsychologische Beratung und schließlich der Entzug der Fahrerlaubnis. Beispiel: Ein typischer Fall ist ein Fahranfänger, der innerorts mit mehr als 20 km/h zu viel gemessen wird und deshalb als A-Verstoß behandelt wird.

Diese Regeln nach § 2a StVG gelten unabhängig vom Lebensalter. Alle Details zu B-Verstößen und Fristen im Ratgeber Geblitzt in der Probezeit.

6Lohnt sich ein Einspruch, wenn man innerorts geblitzt wurde?

Ein Einspruch kann sich lohnen, da Messungen fehlerhaft sein können - etwa durch Eich-, Geräte- oder Aufstellungsfehler oder eine falsche Fahreridentifizierung. Die Frist beträgt zwei Wochen ab Zustellung des Bußgeldbescheids und kann zunächst ohne Begründung gewahrt werden. Gegen ein reines Verwarnungsgeld ist dagegen kein Einspruch möglich.

Der Einspruch muss schriftlich erfolgen (auch zur Niederschrift bei der Behörde). Da es um komplexe Mess- und Verfahrensfragen geht, ist die Prüfung durch einen Fachanwalt für Verkehrsrecht empfehlenswert – besonders, wenn Punkte oder ein Fahrverbot im Raum stehen.

Häufige Fragen zu „Geblitzt innerorts”

Wann muss ich ein Fahrverbot aus einem Blitzer innerorts antreten?

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Kann ich ein Blitzer-Fahrverbot einfach umgehen?

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