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Post von der Versicherung? Warum Verbraucher ihre Lebensversicherungen nicht kündigen sollten


Geldgeschenke und der Erlass von Gebühren werden momentan vielen Versicherten für die Kündigung der Policen versprochen. Doch warum bieten Versicherungsgesellschaften diese Gegen­leistungen derzeit an und ist das ein wirklich lukratives Geschäft für Versicherte? Alles was Versicherungsnehmer wissen müssen, hat helpcheck zusammengetragen.

ARTIKEL VON: Denis Herholz Lesezeit: 4 min

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Wer eine Lebensversicherung besitzt, bekommt in diesen Tagen häufig Post: Die Briefe versprechen steuerfreie Geldgeschenke und Gebührenerlässe, wenn die Versicherungspolicen vorzeitig gekündigt werden. Hintergrund dieser Angebote: Altverträge sind für die Unternehmen aufgrund zu hoher Zinsversprechen zu teuer geworden. Versicherte profitieren davon jedoch kaum, da ihnen meist Geld verloren geht. Was Versicherungsnehmer tun können und warum ein Widerruf der Policen für die Verbraucher lohnenswert sein kann, erklärt das Verbraucherportal helpcheck

Welchen Hintergrund haben die angebotenen Kündigungen?
Anbieter von Lebensversicherungen treten derzeit häufig mit Versicherten mit mindestens 12 Jahre alten Policen in Kontakt. Hintergrund: Für Verträge die 2004 oder in den Jahren zuvor abgeschlossen wurden, entfällt jetzt die Abgeltungssteuer. Sie können also steuerfrei ausgezahlt werden. Für die Unternehmen teuren Altverträge können so günstig aufgelöst werden. Der Garantiezins der Lebensversicherungen macht diese Altverträge so kostspielig: 2004 lag er noch bei 2,75 Prozent, aktuell beträgt er hingegen 1,25 Prozent. Im kommenden Jahr wird der Zinssatz erneut reduziert - auf 0,75 Prozent. Für die Versicherungsunternehmen ist die Auszahlung des Garantiezinses auf Sparanteile vorgeschrieben und dies ist die Begründung für die angebotenen Kündigungen.

Das bietet den Unternehmen eine günstige Gelegenheit, teure Altverträge loszuwerden. Kostspielig ist an diesen der Garantiezins der Lebensversicherungen, der 2004 bei stolzen 2,75 % lag. Aktuell hingegen beträgt er lediglich 1,25 %, ab kommenden Jahres wird er erneut reduziert; auf nur noch 0,75 %. Die Auszahlung des Garantiezinses auf den Sparanteil ist für Versicherungsgesellschaften verpflichtend und der Grund für die jetzigen Kündigungsangebote.

Wie können Verbraucher auf Kündigungsangebote reagieren?
Für die Versicherungsgesellschaften sind die Altverträge teuer. Für die Verbraucher sind diese Policen jedoch besonders wertvoll. Diese Verträge sollten daher keinesfalls gekündigt werden. Im derzeitigen Zinstief können kaum noch Renditen erzielt werden, abgesehen von riskanten Finanzprodukten. Zudem wird bei einer Kündigung ausschließlich der sogenannte Rückkaufwert ausgezahlt. Die Summe deckt zumeist jedoch nicht ansatzweise die bereits eingezahlten Prämien.

Wirklich sinnvoll ist eine Kündigung der Lebensversicherung eigentlich nie. helpcheck empfiehlt daher beim Wunsch einer Vertragsbeendigung den Widerruf. Aufgrund verschiedener BGH-Urteile kann der Kunde hier nämlich fast alle Beiträge samt Zinsen zurückfordern.

Welche Alternativen haben Versicherte? Eine Möglichkeit ist der Widerruf der Lebensversicherung. Kunden, die ihre Policen zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen haben, können häufig noch heute widerrufen. Neben Anwälten können auch Verbraucherportale wie helpcheck bei einem Widerruf behilflich sein. helpcheck bietet eine eine Überprüfung der Verträge durch Anwälte an. Anschließend wird die Summer der Gesamtforderung berechnet. Diesen Anspruch setzt das Portal auf Wunsch der Klienten zudem vor Gericht durch. Hierfür stehen kooperierende Anwaltskanzleien zur Verfügung. Nur bei Auszahlung durch die Versicherung, sprich im Erfolgsfall, ist an helpcheck eine Provision zu zahlen.

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Über Denis Herholz

Denis Herholz ist Mitarbeiter und Redakteur beim digitalen Verbraucherportal helpcheck. Er schreibt und informiert über aktuelle Nachrichten und Wissenswertes aus der Finanzwelt. Außerdem managt er die Social Media Kanäle von helpcheck. Der gelernte Kaufmann für Versicherungen hat seine Expertise in den Bereichen Lebensversicherungen, Altersvorsorge und Vermögensaufbau und arbeitete bereits für verschiedene Versicherungsunternehmen.

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